Reisen bereichert – zweimal Zufall

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Jeder, der schon einmal eine Flugreise gemacht hat, weiß, dass man auf diesen Reisen durchaus etwas erleben kann. Bei einer meiner Reisen hatte ich gleich zweimal Glück und habe noch einmal ganz anders erlebt, was heißen kann, nicht mit einem Economy-Ticket zu reisen.

Wie kam es dazu? Für einen Geschäftstermin, zwei Tage Meeting und zurück, bin ich im August 2017 nach Bangkok / Thailand geflogen (zur Sinnhaftigkeit solcher Kurzflüge am Ende).

Die beste Flugverbindung aus meiner Nähe geht von Düsseldorf über Dubai (umsteigen) mit Emirates nach Bangkok, d.h. zwei Flüge über jeweils etwa sechseinhalb Stunden. Da ich für das Meeting fit in Bangkok ankommen wollte, entschied ich mich für ein Business Class Ticket für den Hinflug, buchte Economy für den Rückflug.

Wer schon einmal mit der Staatsairline des Emirates Dubai geflogen ist weiß, dass die Ausstattung der Flugzeuge und der Service nicht schlecht sind. Die Erfahrung durfte ich auf (Economy-)Reisen in den Jahren zuvor nach Indonesien, Malaysia, Dubai oder Qatar bereits machen.

Zuversichtlich machte ich mich daher auf den Weg zum Düsseldorfer Flughafen und merkte bereits beim Check-In den Business-Service. Von Düsseldorf fliegt Emirates mit dem großen A380 (ca. 850 Passagiere) nach Dubai, dementsprechend lang war die Schlange an der Economy-Class.

Mit einem Business-Ticket konnte ich einfach durchgehen (Mist, hätte ich auch einen Zug später nehmen können…) und saß kurz später in der Emirates Lounge. Bereits dort konnte ich mich an einem kleinen Buffett bedienen, während unter mir im Erdgeschoss zahlreiche andere Passagiere überteuertes Essen und Getränke einkauften. Hier dachte ich: Gut, für ein Business Class Ticket zahlt man eben auch mehr.

Angekommen in Dubai, rund um Mitternacht, einer Zeit in der in Dubai viele Flüge starten und landen. Das Terminal kannte ich bereits von meinen Reisen in den vorherigen Jahren, doch wartete ein neues Erlebnis auf mich: Die Emirates Lounge in Dubai – einfach nur verrückt. Die Lounge erstreckt sich fast über die komplette zweite Ebene (über dem Bereich mit den ganzen Geschäften etc.), es gibt mehrere Buffett-Bereiche (ich meine sechs oder acht), sehr viele Sitzgelegenheiten, absolut saubere Toiletten und Duschen. Alleine schon wegen der Lounge ist es ein Erlebnis, einmal mit Business Class in Dubai umzusteigen.

Nach einem kurzen Aufenthalt in der Lounge machte ich mich auf den Weg zum Gate für den Flug nach Bangkok, wohlwissend, dass ich auf dem Rückflug nicht in der Lounge verweilen darf. Das Boarding hatte bereits angefangen und ich streckte mein Business Class Ticket in den Scanner, die Mitarbeiterin schaute kurz auf den Computer und sagte: „Sie bekommen ein Upgrade.“ – eine Minute später hatte ich ein First Class Ticket in der Hand. WAS? First Class? Verrückt!

Im Flugzeug angekommen merkte ich, dass Emirates First Class noch einmal ein Stück anders als die Business Class ist. Jeder hat eine eigene „Kabine“ (mit Wänden, die zugemacht werden können), man kann sich zu Flugbeginn aus dem Menü etwas aussuchen das Essen für einen bestimmten Zeitpunkt bestellen und ebenfalls auswählen ob und wann man den duschen möchte. Duschen? Ich war zu Beginn etwas überfordert und habe dankend abgelehnt (ja, noch heute sagen viele Freunde: Ich wäre dort sofort duschen gegangen. Ja, lacht weiter.). Insgesamt also alles nochmal größer und besser. Aber auch unnötig: hatte ich gerade meine 0,2 Glas ausgetrunken, bekam ich ein neues Glas und das Essen wurde mit Tischdecke serviert. Für mich als 1,93m großen Menschen war der Platz natürlich einzigartig, endlich ausreichend 😉

Bereits mein Hinflug war daher ein besonderes Erlebnis, welches ich wohl noch länger im Gedächtnis haben werden. In Bangkok brachte mich dann noch der Emirates-Business-Class Service per Auto ins Hotel, ebenfalls ein neues Erlebnis. Das Meeting und ein kurzer Einflug in Bangkok verliefen ansonsten ohne besondere Vorkommnisse.

Ich fragte mich, wie so häufig auf Reisen, wieso andere Länder es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln besser hinbekommen als wir in Deutschland. Diese Metro-Linien, bei denen man nur mit gültigem Ticket überhaupt Zutritt zum Bahnsteig hat und die Bahnsteigtüren, die das Ein- und Aussteigen sicherer machen (und wie ich finde: beschleunigen). Immerhin, die Münchener U-Bahn möchte dies nun auch testen – ab 2023 (https://www.spiegel.de/auto/aktuell/muenchen-bahnsteigtueren-sollen-u-bahn-sicherer-machen-a-1280258.html). Eine Sache können wir aber besser, die Verkabelung – die ist woanders oft exotisch.

Meinen Rückweg zum Flughafen absolvierte ich mit einem Uber-Fahrer. Als Kurzbesucher sehr praktisch, aber auch unglaublich, was die Fahrten kosten und dementsprechend (wenig) die Fahrer verdienen. Als ich im Flughafen wieder WLAN hatte merkte ich zudem, dass mein Fahrer wohl die Uber-App nicht korrekt bedient hatte und nur 200m Fahrt vor dem Flughafen berechnet wurden (ich war etwa eine Stunde mit ihm unterwegs). Dies tat mir wirklich leid.

Zurück ins Flugzeug, Economy-Class, sitzen statt liegen. In Dubai angekommen hatte ich etwa drei Stunden bis zum nächsten Flug und entschied mich, auf dem Flughafenteppich in der Nähe meines Gates eine Runde zu schlafen. Zwei Tage zuvor saß ich noch in der zweiten Etage in der Lounge, verrückt. Etwas müde ging ich kurz später zum Gate und ihr ahnt es vielleicht schon? Ich scannte mein Flugticket und die Mitarbeiterin sagte wieder zu mir: „Sie bekommen ein Upgrade.“ – diesmal von Economy auf Business Class. Einfach nur verrückt!

Ich freute mich, dass ich die nächsten sechs Stunden bis Düsseldorf tatsächlich noch liegen durften, konnte mein Glück nicht fassen. Zwei Upgrades auf einer Flugreise? Wie verrückt war das denn? Dabei war und bin ich kein besonders regelmäßiger Vielflieger bei Emirates.

Seit dieser Reise bin ich bisher noch kein Business oder First Class geflogen und habe mich, auch aufgrund meiner Größe, auf den letzten Reisen mit Sitzen mit etwas mehr Platz (entweder am Notausgang oder in der Premium Economy Class) angefreundet. Übrigens: Mit Bose Be Quiet Kopfhörern und der Playlist „Naturgeräusche zum Einschlafen“ habe ich im letzten Jahr auf den Hin- und Rückflügen nach Thailand wunderbar geschlafen, sehr zu empfehlen 😊

Zurück zur eingehenden Frage: Sind solche Reisen sinnvoll?

Man kann sich immer fragen, ob eine Reise sinnvoll ist. Dies gilt auch, wenn man in Deutschland unterwegs ist zu einem Meeting, welches man vielleicht auch als Online-Meeting hätte absolvieren können. Speziell im internationalen Kontext ist ein Online-Meeting in vielen Fällen mit Blick auf die Umwelt, die Kosten, die Reisedauer und die Anstrengung (Zeitzone, Klima, weniger Schlaf etc.) sinnvoll.

Jedoch weiß ich auch, dass man gerade im internationalen Kontext den persönlichen Kontakt nicht unterschätzen sollte. Es ist etwas anderes, ob man sich nur aus einer Telefonkonferenz kennt oder gemeinsam etwas unternommen hat und Essen in anderen Ländern ausprobiert hat. Genauso kann es als großer Mensch sinnvoll sein, mehr als Premium Economy oder Business zu buchen, First Class ist nicht nötig.

In meinem Fall hat die Reise dazu beigetragen, dass die Zusammenarbeit mit den thailändischen Partnern nach der Reise anders, freundschaftlicher und positiver, war. Gut, was soll ich auch sagen, wenn ich zu einem Bingsu (eigentlich sogar koreanischem Eis) eingeladen werde? 😊 Probiert es, wenn ihr mal in Asien seid! Wer jetzt sagt: „Gibt’s auch in Deutschland!“ – Mag sein, aber auch der Asiate um die Ecke ist kein Vergleich zum Essen vom Nachtmarkt einer asiatischen Stadt.

Übrigens, wen interessiert, welchen CO2-Fußabdruck diese Reise hinterlassen hat, hier eine kurze Übersicht. Ich war eben selbst schockiert:

  • Flug Düsseldorf > Dubai, Business Class: 4.042kg (Kompensation: 93€)
  • Flug Dubai > Bangkok, First Class: 5.256kg (Kompensation: 121 €)
  • Flug Bangkok > Dubai, Economy: 2.103kg (Kompensation: 49€)
  • Flug Dubai > Düsseldorf, Business Class: 4.042kg (Kompensation: 93€)

(Angaben von: https://www.atmosfair.de/de/kompensieren/flug)

Insgesamt hat die Reise 15.443kg CO2 gekostet. Gut jetzt könnte man sagen, durch meine Upgrades habe ich nur auf einem anderen Platz gesessen. Aber wie auch immer: Das ist sehr viel, vor allem wenn man bedenkt, dass der derzeitige Verbrauch eines Deutschen im Jahr bei ca. 11.000kg liegt und ein klimaverträgliches Budget bei ca. 2300kg (Quelle: atmosfair.de) liegt.  

(Siehe zum Thema „Wer wie viel CO2 ausstößt“ einen interessanten Artikel der Tagesschau vom 12.07.2019: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/co2-emissionen-103.html)

Mit Blick auf die CO2-Emissionen kann man schnell sagen: Man sollte weniger reisen und ja, ich denke, dass sich hier jeder an seine eigene Nase packen sollte. Jeder kann etwas ändern: Mehr Zug anstatt Auto oder Zug statt Flug innerhalb Deutschlands. Internationale Reisen werden sich in unserer globalisierten Welt nicht verhindern lassen, ja sie sind sogar sinnvoll für einen kulturellen und globalen Austausch. Wie oft, wie weit und wie man reist sollte man dennoch immer abwägen und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir eines Tages nicht nur CO2 neutral, sondern mithilfe von erneuerbaren Energien fliegen können. Wenn wir weiter innovativ denken und handeln.

(Siehe hierzu den Artikel „Airbus forscht am grünen Fahrzeug“ vom 22.05.2019, https://www.tagesschau.de/wirtschaft/airbus-emissionen-entwicklung-101.html)

Ich bereue meine zweitägige Reise in jedem Fall nicht, da sie mich bei meiner Arbeit weitergebracht und zugleich eindrucksvolle Erinnerungen beschert hat. Reisen bereichert. Immer, egal in welcher Fluggastklasse. Ich hoffe, euch haben meine Eindrücke ebenfalls bereichert.